Hungry For Change

Ich habe gerade den Film „Hungry for Change“ geschaut, und möchte ihn jedem von euch ans Herz legen. Bis zum 31.03. kann man ihn noch kostenlos online schauen; anschließend ist er als DVD erhältlich. Verschiedene Blogger haben sich in letzter Zeit geoutet und zugegeben, eine Ess-Störung zu haben. Ich denke, der Film könnte interessant für sie sein, und vielleicht zu dem einen oder anderen Selbstversuch anregen.
Ich sehe mich selbst zwar nicht als essgestört, zumindest nicht in der Form, dass ich mich als krank empfinde, aber gerade auch Übergewichtigen wird hier auch deutlich gemacht, dass es einen Grund für unser komisches Verhalten gibt. Dass wir fremdgesteuert werden, obwohl wir rein logisch wissen, dass da vieles schief läuft.

Das Problem in unserer heutigen Zeit ist, dass wir viele Kalorien zu uns nehmen, aber kaum richtige Nährstoffe. Obwohl unsere Mägen voll sind, und das Ergebnis unserer Orgien sich auf den Hüften zeigt, hungern wir. Wir verweigern unseren Zellen lebensnotwendige Nährstoffe. Das ist auch einer der Gründe, warum wir kopfmäßig meinen, immer mehr Lebensmittel zu benötigen, obwohl wir eigentlich satt sind. Solange unser Körper nicht alles bekommt, was er braucht, wird er immer nach Nahrung schreien.

Zwar geht es im Film nicht um Veganismus, aber ganz allgemein um gesunde und naturbelassene Lebensmittel und um Juicing. Daran beteiligt sind verschiedene Personen, die übergewichtig und/oder krank waren, und heute vor Gesundheit nur so strotzen, Health Journalisten, zwei Ärzte, David Wolfe, Joe Cross aus dem Film „Fat, Sick and Nearly Dead“ und auch Kris Carr. Allein wegen ihr musste ich reinschauen, obwohl ihr Beitrag zum Ganzen nicht sonderlich groß war.

Den Rahmen bildet eine Schauspielerin, die eine Durchschnittsfrau spielt, welche im modernen und stressigen Leben gefangen ist. Sie muss morgens recht zeitig aufstehen, isst schnell irgendeinen Crap zum Frühstück, bemängelt ihre Makel im Spiegel, isst auf dem Weg zur Arbeit Schokoriegel, weil sie im Stau steht und gestresst ist, versucht auf Arbeit einem Mann zu gefallen, der ihr ständig den Rücken zudreht und sie nicht beachtet, und hält sich dort nur einiger Maßen aufrecht, indem sie Bäckerteilchen futtert, Diätcola und Kaffee trinkt. Insgeheim ist sie aber mit sich, ihrem Leben und ihrem Aussehen unzufrieden, weiß sich nur nicht zu helfen.

Zwischendrin werden die verschiedenen Teilnehmer des Films interviewt, und berichten in zu unterschiedlichen Unterthemen von ihren Erfahrungen.

Marketing – Die große Lüge

Zunächst einmal wird darüber gesprochen, dass die meisten Menschen auf Werbelügen reinfallen. Sie versprechen uns, uns sexy, beliebt und cool zu machen, tun aber genau das Gegenteil – gerade was Lebensmittel betrifft: Sie rauben uns die Energie, lassen uns übergewichtig werden und machen uns krank.

Wir essen nicht zu viel, wir essen das Falsche. Wir sammeln immer mehr Fett an, und bereiten uns damit auf einen Winter vor, der niemals kommt. Denn im Gegensatz zu den Menschen, die früher gelebt haben, haben wir jederzeit Zugriff auf alles, was unser Herz begehrt.

Die wahren Drogen

Das Schlimme daran ist, dass wir nicht zu den guten naturbelassenen Dingen greifen, sondern zu Lebensmitteln, deren Haltbarkeitsdatum, mal übertrieben ausgedrückt, höher als unsere eigene Lebensspanne ist.

Im Film wird geklärt, warum das so ist: Du Industrie hat Interesse daran, uns süchtig zu machen. Das nicht, weil sie so abgrundtief böse ist, sondern weil sie, wie eigentlich jeder in unserem System, Geld machen will. Damals in den 60er Jahren hat man mehr Nikotin in den Zigaretten hinzugefügt, um Leute süchtig zu machen; heute tut man das mit anderen Dingen.

Geschmacksverstärker

Da wäre zum Beispiel Geschmacksverstärker. Auch wenn von den meisten Fertiglebensmittel heutzutage behauptet wird, sie wären absolut natürlich und frei von Konservierungsstoffen oder Geschmacksverstärkern, ist das in Wahrheit natürlich nicht der Fall. Wenn man genau hinguckt, sieht man auch häufig ein kleines Sternchen mit der Fußnote „laut Gesetz“. Und wie man das Gesetz umgehen kann, wissen Menschen, die Geld verdienen wollen.
Im Film heißt es, dass es bis zu 50 verschiedene Namen für Geschmackverstärker gibt, und dass der Laie gar nicht in der Lage ist, herauszufinden, was nun Sache ist. Ist ein Begriff als „der Feind“ herausgestellt, wird der gleiche Stoff einfach umbenannt. Bis zu 80% aller Industrielebensmittel sollen Geschmacksverstärker enthalten.
Anhand von Tierversuchen an Mäusen wurde herausgearbeitet, wie und warum uns diese Stoffe dick machen, und so schädlich für uns sind.

Zucker


Außerdem geht es auch um Zucker. Er wird im Film aufgrund seiner negativen Folgen ganz klar als Droge herausgearbeitet. Und zwar neben Alkohol und Nikotin als die gefährlichste Droge der Welt. Eine, die uns umbringt.

Es wird gefragt, warum es illegal ist, dass Kinder nicht rauchen und trinken dürfen, es dafür aber legal ist, riesige Zuckermengen zu konsumieren. In einem kurzen Einschub verdeutlicht Starkoch Jamie Oliver mit Würfelzucker, welche erschreckenden Mengen konsumiert werden.
Kauft man ganz normal im Supermarkt ein (außerhalb der Frischeabteilung), kann man dem Zucker praktisch nicht aus dem Weg gehen. Er ist überall: In Pastasoßen, Brot, Aufstrichen, Salatdressings, Fischkonserven usw.

Besonders schlimm ist auch der Marketingtrick mit den Lightprodukten. In vielen Produkten, wo der Geschmacksträger Fett reduziert wird, zum Beispiel in Joghurt, gleicht man das mit einem Haufen an Zucker wieder aus. Zucker, der letztendlich im Körper zu Fett umgewandelt wird. Man könnte eine Packung Zucker verkaufen und dort das Label „100% fettfrei“ aufdrucken, und bei manchen Menschen hätte das einen Werbeeffekt. Es sind aber nicht die Fette (zumindest nicht die gesunden bzw. Fette allein), die uns krank und dick machen, sondern eben der Zucker.

Viele glauben, mensch, so schlimm kann es in Maßen doch nicht sein. Das höre ich auch immer wieder. Man müsse ja nur Kalorien zählen, dann passt das schon. Aber das stimmt nicht. Denn obwohl Zucker ja aus einer Pflanze hergestellt wird, ist es letztlich ganz vollwertiges pflanzliches Lebensmittel mehr.
Im Film wird Zucker mit Kokain verglichen. Während Tee aus der Coca-Pflanze absolut harmlos und sogar gesund ist, ist der Auszug Kokain ein hochgefährliches Lebensmittel, was die komplette biochemische Struktur des Gehirns verändert. Isolierte Substanzen sind niemals mit dem Ausgangsprodukt selbst zu vergleichen.

Zucker verändert etwas in unserem Gehirn. Es macht süchtig – und zwar hochgradig. Besonders in Verbindung mit Fett. Auch Geschmacksverstärker machen süchtig. Man erfährt einen kurzweiligen positiven Effekt, und will immer mehr und mehr davon. Die Industrie weiß das. Und wie damals beim Nikotin nutzt sie es aus. Schließlich will man, dass die Leute die Produkte kaufen.

Übergewichtige Menschen sind nicht dick, weil sie keine Disziplin haben. Mit diesem Vorurteil sollte man ein und für allemal aufräumen. Sie sind dick, weil sie abhängig sind. Sie sind auf Droge, und in eine ähnliche Falle geraten, wie auch Alkoholiker und Raucher.
Vielleicht können sie sich mit sturem Willen und ungeheurer Kraft vom Übergewicht befreien, indem sie bestimmte Substanzen einschränken – am einfachsten ginge es aber, wenn sie sie einfach aus ihrem Leben verbannen.

Schönheit


Als nächster Punkt wird die Schönheit thematisiert. Warum hat die Natur eingerichtet, dass wir etwas schön finden? Ganz einfach: Schönheit signalisiert Gesundheit. Wer seine Zellen nährt und innerlich gesund ist, der strahlt das auch nach außen aus: Volle Haare, eine strahlende Haut und weiße Augen sind das Ergebnis.
Auch hier können wir der Werbung einfach den Stinkefinger zeigen. Wer gesund ist, und auf seine Ernährung achtet, der braucht keine Anti-Falten-Cremes voller Chemie, die über die Haut aufgenommen und im Körper eingelagert wird. Man braucht keine Augenerfrischer, Concealer, Anti-Rötungen-Produkte oder was auch immer.
Eine Person aus dem Film, ich glaube, es war Jason Vale, sagte, wenn wir gesund leben, würde unser Körper mit uns sprechen, und folgendes sagen: „Now I’m on board. Now you’re good to me, let me shine for you.“

Selbstliebe und Lifestyle

Am Ende geht es immer darum, dass wir uns selbst lieben. Wir müssen schauen, dass wir uns mit den Dramen der Vergangenheit arrangieren, und positiv in die Zukunft blicken. Schaffen wir das nicht, würden wir uns immer selbst sabotieren, und den Körper nicht mit dem nähren, was ihm zusteht.
Im Film heißt es, wenn wir mit einer Person zusammen wären, die uns sagt, wir wären nicht genug, wären ein Loser und könnten nichts schaffen, dann würden wir es wohl keine fünf Minuten mir ihr aushalten Warum sagen wir so etwas dann so häufig zu uns selbst?

Die Ärztin Dr. Christiane Northrup sagt, sie hat ihren Patienten oft Selbstliebe verschrieben. Sie ordnete ihnen an, dass sie auf einen Zettel schreiben „Ich akzeptiere mich bedingungslos – genau in diesen Moment.“ Das soll man sich 30 Tage lang jeweils 2x am Tag sagen. Sie meint, die ersten Tage werden wir uns kaum ernst nehmen, und uns fallen 100 Sachen ein, warum das nicht stimmt, und warum wir uns damit selbst belügen. Aber so am 28.Tag wird eine Wendung eintreten, und wir werden beginnen, es zu glauben und einen unglaublichen Frieden spüren. Denn Worte sind die mächtigsten Drogen auf der Welt. Mit ihnen kann man den jeweiligen verantwortlichen Gehirnmuskel trainieren. Wenn man sie also nur oft genug hört, werden sie Realität. Unsere Worte schaffen unsere Gedanken – und unsere Gedanken sind unsere innere Realität. Und mit unserer inneren Realität gestalten wir unsere Äußere. Ihr kennt das Spiel.

Die Ärztin betonte auch, dass das kein Wischiwaschi New-Age-Gelaber ist, sondern wirklich Wissenschaft. Es sei ein Fakt, dass Menschen, die sich selbst lieben, gesünder wären. Sie hätten eine bessere Sehstärke, ein besseres Hörvermögen, einen stabileren Blutdruck und allerhand anderer Dinge.

Ein weiteres gutes Mittel, uns selbst zu ändern, sei Visualisierung. Wenn man sich ausmalt, wie man aussehen möchte, und versucht, sich in ein Leben hineinzufühlen, was besser, als das momentane ist, dann spricht man zu seinem Unterbewusstsein. Denn dieses versteht Bilder besser als Sprache.

Außerdem wird noch betont, wie wichtig regelmäßige Bewegung und Schlaf wären. Denn dabei werden Hormone ausgeschüttet, die unser Gewicht steuern. Wenn wir aber darauf verzichten, werden wir vermehrt Stresshormone im Körper produzieren, die uns zunehmen lassen, selbst wenn wir nichts essen. Das der gleiche Zusammenhang wie in dem Buch Abnehmen ist leichter als Zunehmen von Andreas Winter.

Die Lösung

Die eigentliche Lösung ist, und das überrascht ja nicht weiter, sich so natürlich wie möglich zu ernähren – hauptsächlich pflanzenbasiert. Für den Anfang werden Detoxkuren mit viel Petersilie, Koriander und Spirulina, oder Saftkuren mit Gemüse und dunkelgrünen Blattsalaten empfohlen. Damit reinigt man den Körper nicht nur von verschiedenen Giften (und damit auch von Süchten), sondern nährt jede kleinste Zelle des Körpers.

Kris Carr

Am Ende sieht man dann wieder die Durchschnittsfrau, die sich jetzt gesünder ernährt, Sport treibt, viel lacht, ihre Freizeit besser strukturiert, selbstbewusster wirkt, und erkennt, dass sie die Anerkennung des Mannes, der sie nie direkt anieht, nicht braucht. Denn: Sie liebt sich selbst.

Wir dürfen unseren Rücken nicht gegen Mutter Natur richten. Das gilt für das Essen genauso wie für die Kosmetik oder für die Gestaltung unseres Alltags. Stress zu haben, wie wild zu arbeiten, sich nebenbei ungesunde Sachen reinzuschieben, zu rauchen oder Alkohol zu trinken … und dann müde auszusehen, und unsere Augenringe und die fahle Haut unter einem Berg von Make-up zu verstecken: Das ist alles nicht richtig. So sollte es nicht sein. Wir sollten versuchen, ein besseres Leben für uns zu kreieren und beim Essen anfangen.

Oder wie Kris Carr so schön sagt: „It’s not what you’re eating. It’s what’s eating you.“

9 Comments on “Hungry For Change

  1. Cookie, ich habe Deinen Post noch nicht komplett gelesen, aber ich wollte Dir von Herzen für den Filmtipp danken. Denn gerade habe ich mir die Doku angeschaut (und das wollte ich gern unvoreingenommen tun ;).

    Da war so viel tolles in dem Film. Nicht unbedingt Neues, aber so viele Denkanstösse und Dinge die man vergisst oder verdrängt.

    Also: Danke und schönen Sonntag.

    LG Emma

  2. Pingback: Back to the Fruits

  3. Mir geht es wie Emma, eigentlich ist es nicht wirklich neu, aber trotzdem einfach gut.

    Besonders der Teil mit der Selbstliebe…da hapert es bei mir ganz besonders.

    Danke für den Tipp
    und lieben Gruß
    Kris

  4. Oh super, danke für den Tipp! Ich finds interessant, weil das ein bißchen auch mein Weg war, inklusive des Selbstliebe-Krams. 🙂

  5. ich hab das mal ge-rebloggt! Ich hoffe, viele Leute sehen sich den Film an!

  6. @ Emma & Kris:
    Ja, für mich war auch nicht so viel Neues dabei. Aber es ist immer wieder inspirierend, das, was man eigentlich weiß, mal wieder vorgeführt zu bekommen. Auch das mit der Selbstliebe fand ich wirklich spannend. Eigentlich weiß man es ja, aber was für einen wichtigen Faktor es tatsächlich, auch in wissenschaftler Hinsicht, ausmacht, ist dann doch immer wieder überraschend.

    @ Jane:
    Dankeschön für’s rebloggen 🙂
    Ich hoffe auch, dass noch ein paar mehr Leutchen den Film rechtzeitig finden, und sich da etwas inspirieren lassen!

  7. Wow, das hört sich wirklich gut an. Eine Detoxkur würde ich jetzt zwar nicht machen (finde sowas immer noch etwas überzogen), aber alles in allem eine wichtige Aussage, die der Film hat. Vielleicht sollte ich nur noch halb so viel Zucker zu mir nehmen, andererseits will ich immernoch zunehmen, was eh schon fast unmöglich ist. Aber ständige Süßigkeiten (nein so geh ich das eh nicht an) sind dafür kein Weg!

  8. Hey Frau Schäfchen 😉

    Zucker reduzieren ist immer gut. Nicht, weil er dick macht, sondern weil er im Körper wie ein Gift wirkt. Zum Zunehmen braucht man den doch gar nicht. Denn Honig, Reissirup, Datteln oder Kokosblütenzucker haben ja auch nicht wirklcih weniger Kalorien, liefern aber wertvolle Nährstoffe.

    Ich glaube, man nimmt von nichts so gut zu, wie von Fetten. Hast du das schon ausprobiert? Aber natürlich von gesunden!
    Gleichzeitig würde ich dann aber auch die Zuckeraufnahme runterfahren, oder versuchen, nicht beides gleichzeitig zu kombinieren.

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